schnellere Genehmigungen für die Unternehmensnachfolge
Wirtschaftsjunioren Würzburg fordern im Dialog mit Staatssekretär Amthor
Würzburg – Beim virtuellen Wirtschaftsdialog mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Philipp Amthor MdB, haben die Wirtschaftsjunioren Würzburg ihre Forderungen nach einem spürbaren Bürokratieabbau und schnelleren Genehmigungsverfahren an die Bundespolitik gerichtet. Zu der Veranstaltung am 17. Juli 2026 hatte die Bundestagsabgeordnete Dr. Anja Weisgerber (CSU) gemeinsam mit weiteren Mandatsträgern aus der Region Schweinfurt-Kitzingen eingeladen.
Für die Wirtschaftsjunioren Würzburg meldete sich der diesjährige Kreissprecher Simon Fieber zu Wort und verwies auf eine aktuelle Zahl aus dem bundesweiten Stimmungsbarometer der Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD): 85,8 Prozent der befragten jungen Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte sind der Ansicht, dass die Bundesregierung bei der Beschleunigung von Genehmigungsverfahren noch nicht genug Tempo vorlegt. Vor diesem Hintergrund fragte er konkret nach, ob die von der Bundesregierung angekündigte Genehmigungsfiktion – bei der Anträge nach Ablauf einer festen Frist automatisch als genehmigt gelten – künftig auch auf Gewerbeanmeldungen und Verfahren rund um Unternehmensübernahmen ausgeweitet werden soll.
„Gerade bei uns in Mainfranken steht in den kommenden Jahren ein großer Generationswechsel im Mittelstand bevor. Deshalb fordern wir seit Längerem sogenannte Nachfolgeschutzzonen – gezielte regulatorische Erleichterungen in Regionen mit hohem Nachfolgebedarf.“
— Simon Fieber, Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren Würzburg
Staatssekretär Amthor griff die Initiative der Wirtschaftsjunioren in seiner Antwort auf und kündigte an, in den kommenden Wochen erste Pilotkommunen zur „Gründungsbeschleunigung“ an den Start zu bringen, die auch Übernahmeprozesse einschließen sollen. Als Vorbild nannte er die in Bayern bereits eingeführte Genehmigungsfiktion im Baurecht, die nun bundesweit auf weitere Verfahrensbereiche ausgeweitet werden soll. Da die meisten Genehmigungsverfahren nicht beim Bund, sondern in den Ländern liegen, kündigte Amthor zudem an, dass sich die Bundesländer bis Ende des Jahres an das Verwaltungsverfahrensrecht des Bundes als gemeinsames Vorbild angleichen sollen, um eine einheitliche Rechtslage zu schaffen.
„Der Dialog hat gezeigt, dass die Themen der jungen Wirtschaft in Berlin gehört werden. Jetzt kommt es darauf an, dass aus Ankündigungen wie den Pilotkommunen zur Gründungsbeschleunigung auch konkrete, spürbare Verbesserungen für unsere Mitgliedsunternehmen in Würzburg und Kitzingen werden. Wir bleiben dran.“
— Simon Fieber, Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren Würzburg
Die Wirtschaftsjunioren Würzburg werten die Veranstaltung als wichtigen Baustein im kontinuierlichen Dialog zwischen junger Wirtschaft und Bundespolitik und wollen die Umsetzung der angekündigten Maßnahmen weiter aktiv begleiten.
Die Wirtschaftsjunioren (WJ) Würzburg sind eine Vereinigung von jungen Unternehmern und Führungskräften mit rund 210 Mitgliedern und Gästen aus der gewerblichen Wirtschaft und bei der IHK Würzburg-Schweinfurt organisiert. Bundesweit gehören den Wirtschaftsjunioren mehr als 10.000 aktive Mitglieder an und bilden den größten Verband von Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren. Sie verantworten bei einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Mrd. Euro Umsatz rund 300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungsplätze.
